
7 Bericht des Vorstands Allgemeine Wirtschaftslage 2014 Im Jahr 2014 wurde die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Deutschlands erneut durch die schwierigen internationalen Rahmenbedingun- gen beeinträchtigt. Das preisbereinigte Brutto- inlandsprodukt ist 2014 nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes mit 1,6 % den- noch deutlich stärker gestiegen als in den Jahren 2012 (+0,4 %) und 2013 (+0,1 %). Die Konsum- ausgaben blieben dabei eine verlässliche Stütze des gesamtwirtschaftlichen Wachstums. Die privaten Konsumausgaben erhöhten sich preisbereinigt um 1,2 %. Der Zuwachs fiel damit kräftiger aus als im Vorjahr (+0,8 %). Zur Aus- weitung der Konsumausgaben trugen die nach wie vor aufwärtsgerichtete Beschäftigungs- entwicklung, die zunehmenden Tarifverdienste und ein vergleichsweise geringer Anstieg der Verbraucherpreise bei, der die Kaufkraft der Einkommen nur wenig verminderte. Die deutsche Wirtschaft konnte ihren grenz überschreitenden Handel 2014 abermals aus- weiten. Sowohl die Exporte (+3,9 %) als auch die Importe (+3,4 %) stiegen, allerdings weniger schwungvoll als in früheren Jahren. Das Export- geschäft wurde durch den nur schleppend in Fahrt kommenden Aufschwung im Euroraum, die in Reaktion auf den Ukraine-Konflikt er- griffenen Wirtschaftssanktionen gegen Russ- land und die insgesamt schwache weltwirt- schaftliche Entwicklung beeinträchtigt. Die auf Basis der jährlichen Veränderung des Verbraucherpreisindexes gemessene Inflations- rate hat sich in 2014 erheblich vermindert. Sie ist im Vorjahresvergleich um 0,6 Prozentpunkte auf niedrige 0,9 % gesunken. Bundesanleihen blieben in 2014 als sicherer Hafen gefragt. Über das gesamte Jahr betrach- tet führte dies zu einem steten Rückgang der Renditen für Bundeswertpapiere. Die Renditen für 10-jährige Bundesanleihen fielen bis zum Jahresende um 144 Basispunkte auf 0,5 %. Der Euro hat in 2014 deutliche Kursverluste hin- nehmen müssen. Zwar konnte sich die Gemein- schaftswährung gegenüber dem US-Dollar in der ersten Jahreshälfte noch erfolgreich über der Marke von 1,35 US-Dollar halten. In der zweiten Jahreshälfte gab der Euro aber sichtbar nach. Bis zum Jahresende fiel der Euro-Dollar-Kurs auf 1,21 US-Dollar je Euro. Das waren 16,5 US-Cent weniger als Ende 2013. Verantwortlich für die Euro-Schwäche waren in erster Linie die divergierenden Geldpolitiken dies- wie jenseits des Atlantiks. Trotz neuer Allzeithochs blieb an den Aktien- märkten der große Befreiungsschlag in 2014 aus. Zwar hatten sich Aktien in der ersten Jahres- hälfte hoffnungsvoll entwickelt. Nachdem der DAX im ersten Quartal um die Marke von 9.400 Punkten geschwankt war, knackte der deutsche Leitindex im zweiten Quartal die Marke von 10.000 Punkten. Allerdings fand der Höhenflug des DAX mit Beginn der zweiten Jahreshälfte ein jähes Ende. Der DAX sank bis Mitte Oktober auf rund 8.500 Punkte. Im November kam es allerdings zu einer Erholung, in deren Verlauf der deutsche Leitindex ein neues Allzeithoch von 10.087 Punkten erreichte. Der DAX beendete das Jahr bei einem Stand von 9.806 Punkten und lag damit 2,7 % höher als am Vorjahresende. Ausblick auf 2015 Die Bundesregierung erwartet für das Jahr 2015 mit einem Anstieg des realen BIP von 1,8 % eine Fortsetzung des Aufschwungs. Spürbare Wachstumsimpulse kommen dabei vom privaten Konsum, der von einem weiteren Beschäftigungsaufbau und Einkommens- steigerungen profitiert. Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt sowie die deutliche Zunahme der Bruttolöhne und -gehälter tragen zu einer kräftigen Ausweitung der verfügbaren Ein- kommen bei. Die Preisentwicklung dürfte in 2015 weiterhin in ruhigen Bahnen verlaufen, obwohl der Anstieg des Verbraucherpreis- niveaus mit +1,9 % stärker ausfallen wird als im Jahr 2014. Die Expansion der Investitionen wird im Jahr 2015 voraussichtlich anhalten.